Vom Spital zum lebendigen Quartier: Sursee startet Testplanung für grosses Zukunftsareal

Nach der Mitwirkung startet die Testplanung des Spitalareals Sursee. Die zahlreichen Inputs und Anliegen der Quartierbevölkerung fliessen in die nächste Phase der Arealentwicklung ein.

In den kommenden Monaten werden drei Planungsteams untersuchen, wie sich das Areal nach dem Wegzug von Spital und Pflegezentrum zu einem attraktiven und zukunftsfähigen Quartier entwickeln kann.

Mit dem geplanten Umzug des Luzerner Kantonsspitals Sursee und des Pflegezentrums Seeblick nach Schenkon wird das heutige Spitalareal voraussichtlich ab 2034 für neue Nutzungen zur Verfügung stehen. Voraussetzung dafür ist die Zustimmung der Stimmberechtigen von Schenkon zu den erforderlichen raumplanerischen Massnahmen. Das rund 47’500 Quadratmeter grosse Areal bietet die Chance, an attraktiver Lage ein neues Quartier mit Wohnraum, Begegnungsorten und Freiräumen zu entwickeln. Um die Grundlagen für diese Entwicklung zu schaffen, starten der Kanton Luzern und die Stadt Sursee nun die Testplanung. Dabei erarbeiten drei Planungsteams aus den Disziplinen Architektur/Städtebau, Landschaftsarchitektur und Verkehrsplanung unterschiedliche Lösungsansätze für die Zukunft des Areals. Die Erkenntnisse daraus bilden die Grundlage für die weiteren Planungsschritte.

Der Testplanung vorausgegangen ist ein breit angelegter Dialogprozess. An einer Informationsveranstaltung für Interessengruppen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie einer Mitwirkungsveranstaltung für die Quartierbevölkerung wurden zahlreiche Inputs und Anliegen aufgenommen. Rund 160 Personen aus dem Quartier rund um das Spital beteiligten sich an der Mitwirkungsveranstaltung im März 2026. Die rund 550 schriftlichen Rückmeldungen zu Themen wie Nutzung, Freiraum und Verkehr wurden ausgewertet, thematisch gebündelt und systematisch geprüft. Ein grosser Teil der Inputs und Anliegen konnte direkt in die Aufgabenstellung der Testplanung aufgenommen werden. Weitere Themen werden im Rahmen des Verfahrens vertieft untersucht.

Grosses Interesse am Spitalareal

„Mit der Entwicklung des Spitalareals eröffnet sich für Sursee eine grosse Chance. Umso wichtiger ist es, die Bevölkerung frühzeitig einzubeziehen und ihre Anliegen ernst zu nehmen“, sagt Regierungsrat Reto Wyss. „Die Mitwirkung hat gezeigt, wie stark die Menschen mit diesem Ort verbunden sind. Die vielen Rückmeldungen haben wertvolle Hinweise geliefert und die Aufgabenstellung für die Testplanung geschärft.“

Im Zentrum der Testplanung stehen mehrere Fragestellungen, die für die langfristige Entwicklung des Areals entscheidend sind. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Umgang mit den bestehenden Gebäuden. Die Planungsteams sollen untersuchen, welche Bauten erhalten, umgenutzt oder ersetzt werden sollen. Dabei erfolgt eine Gesamtinteressenabwägung. Neben Fragen der Nachhaltigkeit und der grauen Energie werden auch städtebauliche, funktionale, wirtschaftliche und soziale Aspekte berücksichtigt. Ziel ist es, Lösungen zu finden, die dem Ort langfristig den grössten Mehrwert bieten. Vergleichbare Arealentwicklungen zeigen, wie ehemalige oder neu geordnete Gebiete zu Quartieren mit Wohnungen, Arbeitsplätzen und öffentlichen Grünflächen entwickelt werden können.

Attraktive Aufenthalts- und Begegnungsorte

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines zusammenhängenden Freiraums. Die bestehenden Grünstrukturen und die Nähe zum Sempachersee prägen den Charakter des Areals. Der Freiraum soll als verbindende Struktur das Gebiet auch künftig prägen. Geprüft werden attraktive Aufenthalts- und Begegnungsorte, Spiel- und Erholungsflächen sowie eine qualitätsvolle Vernetzung mit dem umliegenden Quartier und dem Naherholungsraum.

Zudem werden die etappierte Entwicklung des Areals und mögliche Zwischennutzungen untersucht. Die erste Entwicklungsphase soll möglichst unmittelbar nach dem Wegzug von Spital und Pflegezentrum starten. Die Testplanung wird aufzeigen, wie sich das Gebiet schrittweise entwickeln lässt und wie Zwischennutzungen das Areal während der Transformation beleben können.

Qualitätsvolle Verdichtung

Weitere zentrale Themen sind die künftige bauliche Dichte und die Gebäudehöhen. Die Planungsteams sollen aufzeigen, wie eine qualitätsvolle Verdichtung an diesem Standort aussehen kann und wie sich neue Bauten in den bestehenden Siedlungs- und Landschaftskontext einfügen. Gleichzeitig werden Vorschläge für einen breiten Wohnungsmix erarbeitet. Angestrebt wird ein vielfältiges Angebot mit preisgünstigem und gehobenem Wohnraum für unterschiedliche Lebensphasen und Bevölkerungsgruppen. Auch andernorts in der Schweiz wird die Verdichtung bestehender Quartiere zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum als wichtiger Bestandteil der langfristigen Siedlungsentwicklung verfolgt. :contentReference[oaicite:1]{index=1}

„Die Testplanung wird uns Antworten auf die zentralen Zukunftsfragen des Areals liefern und verschiedene Lösungswege aufzeigen“, erklärt Romeo Venetz, Bauvorsteher von Sursee. „Damit schafft sie die Grundlage dafür, dass auf dem heutigen Spitalareal ein lebendiges Quartier entstehen kann, das einen nachhaltigen Mehrwert schafft.“ Die Ergebnisse der Testplanung sollen im Sommer 2027 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Kanton Luzern und Stadt Sursee werden die Bevölkerung auch in den kommenden Planungsphasen transparent über den Stand der Arbeiten informieren.

Was ist eine Testplanung?

Eine Testplanung ist ein Planungsverfahren, bei dem mehrere Teams aus verschiedenen Disziplinen parallel unterschiedliche Lösungsansätze für ein Gebiet entwickeln. Ziel ist nicht die Wahl eines Siegerprojekts, sondern das Prüfen verschiedener Möglichkeiten und das Gewinnen von Erkenntnissen zu zentralen Fragestellungen. Die besten Ideen werden anschliessend bewertet, kombiniert und dienen als Grundlage für die weiteren Planungsschritte. Im Fall des Spitalareals Sursee werden so die Grundlagen für die künftige Entwicklung des Areals erarbeitet.

 

Quelle: Kanton Luzern / Stadt Sursee
Bildquelle: Symbolbild © AndreyPopov/iStock.com