Baugruben sicher planen: Verbau, Böschung und Grundwasser richtig einordnen

Eine Baugrube verändert den natürlichen Gleichgewichtszustand des Bodens innerhalb kurzer Zeit. Mit jedem Aushub verschwinden stützende Erdschichten, während Böschungen, Nachbargrundstücke, Strassen und bestehende Gebäude weiterhin Kräfte auf den verbleibenden Baugrund übertragen. Grundwasser und Niederschläge können die Situation zusätzlich verschärfen. Deshalb gehören Baugrubensicherung, Verbau und Wasserhaltung bereits in die Planung und dürfen nicht erst während des Aushubs improvisiert werden.

Welche Lösung geeignet ist, hängt von Tiefe, Platzverhältnissen, Baugrund, Grundwasser, angrenzenden Bauwerken und dem geplanten Bauablauf ab. Bei ausreichendem Raum kann eine geböschte Baugrube möglich sein. In dicht bebauten Gebieten sind dagegen häufig Verbaukonstruktionen erforderlich. Tritt Wasser auf, muss zusätzlich geklärt werden, wie es sich auf Standsicherheit, Arbeitsbedingungen und Umgebung auswirkt.

Die Baugrube ist ein temporäres Tragwerk

Eine Baugrube besteht nur während der Bauphase, ihre Sicherung erfüllt jedoch eine tragende Aufgabe. Boden soll nicht unkontrolliert nachrutschen, angrenzende Flächen dürfen sich nicht gefährlich verformen und Beschäftigte müssen sich innerhalb der Grube sicher bewegen können.

Dabei wirken verschiedene Kräfte zusammen. Eigengewicht und Beschaffenheit des Bodens bestimmen den Erddruck. Fahrzeuge, Krane, Materiallager oder bestehende Gebäude können zusätzliche Lasten am Rand erzeugen. Wasser verändert wiederum die Festigkeit bestimmter Böden und kann zusätzlichen Druck auf Verbaukonstruktionen ausüben.

Deshalb genügt es nicht, die Tiefe der Baugrube als einziges Kriterium zu betrachten. Auch Schichtung, Lagerungsdichte, Bindigkeit, vorhandene Auffüllungen und mögliche Schwächezonen spielen eine Rolle. Geotechnische Untersuchungen liefern dafür wesentliche Grundlagen.

In der Schweiz verlangt die Bauarbeitenverordnung für Gräben, Schächte und Baugruben konkrete Sicherheitsmassnahmen. Ab einer Tiefe von mehr als 1,5 Metern müssen Baugruben gespriesst, abgeböscht oder mit anderen geeigneten Massnahmen gesichert werden.

Baugrund vor dem Aushub untersuchen

Eine zuverlässige Sicherung beginnt mit Informationen über den Untergrund. Bohrungen, Sondierungen und geologische Aufnahmen können zeigen, welche Bodenschichten vorhanden sind und wie sie sich unter Belastung verhalten.

Besonders relevant ist, ob bindige Böden wie Ton und Schluff, lockere Sande und Kiese, künstliche Auffüllungen oder Fels anstehen. Die Materialien reagieren unterschiedlich auf steile Böschungen, Niederschlag, Erschütterungen und Wasserzutritt.

Auch die räumliche Veränderung des Untergrunds ist wichtig. Ein Bodenprofil kann innerhalb kurzer Entfernung wechseln. Eine Baugrubenseite kann deshalb andere Sicherungsmassnahmen verlangen als die gegenüberliegende Seite.

Der BELMEDIA-Beitrag „Baugrund untersuchen: Was ein geologisches Gutachten vor Baubeginn klärt“ beschreibt, welche Fragen ein geotechnischer Bericht vor Beginn der Erdarbeiten klären kann.


Verbauelemente stützen steile Erdwände und schaffen einen geschützten Arbeitsraum innerhalb des Aushubs.

Eine Böschung benötigt Platz und standfesten Boden

Die einfachste Form einer Baugrubensicherung ist eine ausreichend flache Böschung. Dabei wird der Boden nicht senkrecht ausgehoben, sondern seitlich geneigt. Der erforderliche Winkel hängt von den Eigenschaften des Baugrunds und den äusseren Einwirkungen ab.

Eine Böschung benötigt allerdings erheblich mehr Grundstücksfläche als eine nahezu senkrechte Baugrubenwand. Auf kleinen Parzellen, in Baulücken oder direkt neben Strassen und bestehenden Gebäuden steht dieser Raum häufig nicht zur Verfügung.

Zusätzliche Belastungen am oberen Böschungsrand müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Schwere Baumaschinen, Mulden, gelagertes Aushubmaterial oder Baustoffe erhöhen die Beanspruchung. Auch Erschütterungen aus dem Baustellenverkehr können die Stabilität beeinflussen.

Nach den Schweizer Sicherheitsvorgaben ist unter anderem dann ein besonderer Standsicherheitsnachweis notwendig, wenn eine Böschung mehr als vier Meter hoch ist. Ein Nachweis kann auch bei geringeren Höhen erforderlich werden, etwa bei steilen Böschungen, Zusatzlasten, Hangwasser oder wenn sich der Böschungsfuss im Grundwasserbereich befindet.

Verbau ermöglicht steilere Baugrubenwände

Fehlt der Platz für eine ausreichende Böschung, kann ein Verbau das Erdreich zurückhalten. Die Baugrubenwand wird dabei durch eine temporäre oder dauerhafte Konstruktion gesichert.

Welches System geeignet ist, hängt von Baugrund, Tiefe, Wasser, Nachbarbebauung und zulässigen Verformungen ab. Auch Lärm und Erschütterungen bei der Herstellung können an empfindlichen Standorten eine Rolle spielen.

Verbausysteme müssen so geplant werden, dass sie den auftretenden Erd- und Wasserdruck aufnehmen können. Zusätzlich muss festgelegt werden, wie die Wand gehalten wird. Möglich sind beispielsweise Rückverankerungen im Boden, horizontale Aussteifungen innerhalb der Baugrube oder eine ausreichende Einspannung unterhalb der Aushubsohle.

In dicht bebauten Quartieren sind Verformungen besonders kritisch. Schon geringe Bodenbewegungen können sich auf benachbarte Fundamente, Werkleitungen oder Verkehrsflächen übertragen. Der Verbau muss deshalb nicht nur gegen einen vollständigen Einsturz sichern, sondern häufig auch Bewegungen begrenzen.

Trägerbohlwände eignen sich für viele trockene Baugruben

Bei einer Trägerbohlwand werden vertikale Stahlträger in regelmässigen Abständen in den Boden eingebracht. Während der Aushub fortschreitet, werden die Zwischenräume schrittweise mit Bohlen oder anderen Ausfachungen geschlossen.

Dieses Verfahren lässt sich vergleichsweise flexibel an unterschiedliche Geometrien anpassen. Leitungen oder lokale Hindernisse können teilweise leichter berücksichtigt werden als bei vollständig geschlossenen Wandsystemen.

Die Konstruktion ist jedoch nicht automatisch wasserdicht. Zwischen den einzelnen Elementen kann Wasser eindringen. Bei starkem Grundwasserzutritt sind deshalb zusätzliche Massnahmen oder ein anderes Verbausystem erforderlich.

Auch die zulässigen Verformungen bestimmen die Einsatzgrenzen. Befinden sich unmittelbar neben der Baugrube empfindliche Gebäude oder Leitungen, können steifere Sicherungssysteme notwendig werden.

Spundwände bilden eine weitgehend geschlossene Wand

Spundwände bestehen aus profilierten Stahlelementen, die über seitliche Schlösser miteinander verbunden werden. Sie werden in den Boden eingebracht und bilden eine kontinuierliche Sicherungswand.

Ein Vorteil ist die vergleichsweise geschlossene Oberfläche. Abhängig von Ausbildung, Untergrund und Dichtheit der Schlösser kann eine Spundwand auch die Wasserströmung deutlich beeinflussen. Vollständig wasserdicht ist sie jedoch nicht automatisch.

Das Einbringen kann erhebliche Geräusche und Erschütterungen verursachen. In unmittelbarer Nähe sensibler Gebäude muss deshalb bereits bei der Verfahrenswahl geprüft werden, welche Einbringtechnik geeignet ist.

Spundbohlen lassen sich bei temporären Baugruben häufig wieder ziehen und erneut verwenden. Ob dies möglich und sinnvoll ist, hängt unter anderem von Einbindetiefe, Boden, Verformung und Bauablauf ab.


Pumpen und Leitungen einer Wasserhaltung müssen auf die hydrogeologischen Bedingungen und den vorgesehenen Bauablauf abgestimmt werden.

Bohrpfahlwände begrenzen Verformungen

Bei anspruchsvollen Baugruben kommen häufig Bohrpfahlwände zum Einsatz. Dazu wird eine Reihe vertikaler Betonpfähle hergestellt. Je nach Anordnung können zwischen den Pfählen Zwischenräume bestehen oder die einzelnen Pfähle überlappen.

Tangierende und überschnittene Bohrpfahlwände unterscheiden sich entsprechend in ihrer Geometrie. Überschnittene Systeme können eine besonders geschlossene und steife Wand bilden.

Ein Vorteil liegt darin, dass beim Bohren gegenüber eingerammten Elementen weniger Erschütterungen entstehen können. Das macht die Technik für innerstädtische Standorte mit empfindlicher Nachbarbebauung interessant.

Herstellung, Bewehrung, Bohrtiefe und Betonage müssen allerdings präzise geplant und kontrolliert werden. Der Aufwand ist deutlich grösser als bei einfachen Böschungen und lässt sich nur im Zusammenhang mit den Anforderungen des konkreten Projekts beurteilen.

Grundwasser verändert das Sicherungskonzept

Grundwasser ist bei einer Baugrube nicht allein ein Problem für trockene Arbeitsflächen. Es beeinflusst auch den Boden und die Kräfte auf Verbau und Bauwerk.

Liegt die Aushubsohle unterhalb des Grundwasserspiegels, kann Wasser in die Grube eindringen. Gleichzeitig entsteht Wasserdruck auf geschlossene Verbauwände. Unter bestimmten Bedingungen besteht zudem das Risiko hydraulischer Vorgänge an der Baugrubensohle.

Auch scheinbar trockener Baugrund kann während einer späteren Bauphase Wasser führen. Grundwasserstände schwanken saisonal, und nach starken Niederschlägen können lokal Hang- oder Schichtenwasser auftreten.

Messungen sollten deshalb nicht nur als Momentaufnahme interpretiert werden. Hydrogeologische Grundlagen müssen mögliche Schwankungen und die für Bauphase und fertiges Gebäude relevanten Wasserstände berücksichtigen.

Wasserhaltung hält die Baugrube arbeitsfähig

Muss Wasser während der Bauzeit entfernt werden, spricht man von Wasserhaltung. Bei geringem lokalem Zufluss kann Wasser in Pumpensümpfen gesammelt und abgeführt werden. Bei grösserem Grundwasserandrang können Brunnen oder andere Absenksysteme erforderlich sein.

Eine Grundwasserabsenkung verändert jedoch die Verhältnisse ausserhalb der Baugrube. Sinkt der Wasserspiegel im Umfeld, können bestimmte Bodenarten ihr Volumen verändern oder sich setzen. Dadurch können Nachbargebäude, Strassen und Leitungen betroffen sein.

Das abgepumpte Wasser darf zudem nicht beliebig abgeleitet werden. Menge, Qualität, Einleitort und kantonale Anforderungen müssen berücksichtigt werden. Je nach Projekt sind Bewilligungen und zusätzliche Behandlungen erforderlich.

Deshalb gehört die Wasserhaltung in die geotechnische und hydrogeologische Planung. Eine Pumpe, die während des Aushubs kurzfristig aufgestellt wird, ersetzt kein abgestimmtes Konzept.


Baugrubensicherung und Wasserhaltung werden anhand von Baugrund, Lasten, Nachbarbebauung und Bauablauf geplant und kontrolliert.

Grundwasser darf nicht beliebig verändert werden

In der Schweiz unterliegt Grundwasser dem Gewässerschutz. Besonders relevant sind die von den Kantonen ausgewiesenen Gewässerschutzbereiche. Bauprojekte dürfen das Speichervolumen und die Strömungsverhältnisse nutzbarer Grundwasservorkommen nicht ohne Weiteres verändern.

Permanente Bauteile unterhalb des mittleren Grundwasserspiegels können deshalb zusätzliche Anforderungen auslösen. Je nach Standort und Konstruktion ist eine gewässerschutzrechtliche Beurteilung beziehungsweise Bewilligung erforderlich.

Auch temporäre Absenkungen während der Bauphase müssen mit den zuständigen Stellen abgestimmt werden. Kantone können Vorgaben zu Fördermengen, Überwachung und Ableitung machen.

Das eigentliche Gebäude muss später unabhängig von der temporären Wasserhaltung funktionieren. Eine dauerhafte Absenkung des Grundwassers ist deshalb grundsätzlich kein Ersatz für eine geeignete Abdichtung und eine gegen Auftrieb bemessene Konstruktion.

Auftrieb wirkt von unten auf das Bauwerk

Grundwasser belastet ein Untergeschoss nicht nur seitlich. Steht Wasser unter der Bodenplatte, erzeugt es eine nach oben gerichtete Auftriebskraft.

Während der fertige Bau durch sein Eigengewicht häufig eine grosse Gegenkraft besitzt, kann die Situation während der Bauphase kritischer sein. Zu diesem Zeitpunkt fehlen möglicherweise noch Decken, Wände und Obergeschosse.

Bauzustände müssen deshalb gesondert betrachtet werden. Die Reihenfolge von Aushub, Wasserhaltung, Bodenplatte, Wänden und späterem Abschalten der Pumpen beeinflusst die Beanspruchung.

Das zeigt, weshalb Baugrubensicherung und Tragwerksplanung nicht getrennt voneinander funktionieren. Die temporäre Konstruktion muss mit den einzelnen Bauzuständen des späteren Gebäudes abgestimmt werden.



„Ribi on Tour – Gräben und Baugruben“ – Suva Schweiz. Das deutschsprachige Video zeigt auf einer Schweizer Baustelle, welche Gefahren bei ungesicherten Gräben und Baugruben entstehen und wie Sicherungsmassnahmen wirken. Eine Baugrube wird zu Demonstrationszwecken kontrolliert zum Einsturz gebracht. Verwendet wird ein reguläres YouTube-Video im Breitformat; Hochformat, quadratische Videos und Shorts sind ausgeschlossen.

Nachbargebäude benötigen besondere Aufmerksamkeit

In dicht bebauten Gebieten beginnt die Baugrubenplanung nicht an der Grundstücksgrenze. Bestehende Fundamente können unmittelbar durch Aushub, Bodenverformungen oder eine Grundwasserabsenkung beeinflusst werden.

Vor Baubeginn kann deshalb eine Zustandsaufnahme benachbarter Gebäude sinnvoll sein. Bestehende Risse und Verformungen werden dokumentiert, damit Veränderungen während der Bauzeit nachvollziehbar bleiben.

Bei anspruchsvollen Projekten können Messpunkte an Verbau und Nachbargebäuden Bewegungen überwachen. Grundwassermessstellen ergänzen das Monitoring, wenn eine Wasserhaltung Einfluss auf das Umfeld haben könnte.

Messungen entfalten ihren Nutzen allerdings nur, wenn zuvor Reaktionswerte und Verantwortlichkeiten festgelegt wurden. Werden auffällige Veränderungen festgestellt, muss klar sein, wann Arbeiten überprüft, angepasst oder vorübergehend eingestellt werden.

Regen kann stabile Verhältnisse rasch verändern

Nicht jede Wassergefahr stammt aus dem Grundwasser. Starkregen kann Böschungen durchfeuchten, Oberflächenwasser in die Baugrube leiten und feinkörnige Böden aufweichen.

Eine Baustelle benötigt deshalb eine kontrollierte Oberflächenentwässerung. Wasser von Zufahrten, Dächern benachbarter Provisorien oder Geländeoberflächen sollte nicht ungebremst über die Baugrubenkante fliessen.

Nach längeren Niederschlägen müssen Böschungen und Verbau neu beurteilt werden. Risse, Ausspülungen, austretendes Wasser oder lokale Verformungen können Hinweise auf veränderte Bedingungen sein.

Die Suva weist ausdrücklich darauf hin, dass starke Niederschläge, Tauwetter, Zusatzlasten und Erschütterungen die Tragfähigkeit beeinflussen können. Solche Veränderungen müssen in Planung und laufender Kontrolle berücksichtigt werden.



Sichere Zugänge gehören zur Baugrubensicherung

Eine standsichere Baugrubenwand allein genügt nicht. Beschäftigte müssen ihre Arbeitsplätze sicher erreichen und verlassen können. Treppen sind für Baugruben der reguläre Zugang.

Leitern sind nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Nach den Vorgaben der Bauarbeitenverordnung dürfen sie in Baugruben verwendet werden, wenn Treppen aus technischen Gründen nicht möglich sind.

An offenen Baugrubenrändern besteht zusätzlich Absturzgefahr. Seitenschutz, Geländer und eindeutig geführte Verkehrswege verhindern, dass Personen oder Material in den Aushub gelangen.

Auch Maschinenverkehr benötigt klare Regeln. Bagger, Dumper und Lastwagen erzeugen nicht nur Kollisionsgefahren, sondern belasten den Baugrund am Rand. Fahrwege und Aufstellflächen müssen deshalb in das Sicherungskonzept einbezogen werden.

Werkleitungen vor dem Aushub lokalisieren

Strom-, Gas-, Wasser-, Kommunikations- und Abwasserleitungen können im Untergrund verlaufen, ohne an der Oberfläche erkennbar zu sein. Ihre Lage muss vor Beginn der Arbeiten abgeklärt werden.

Planunterlagen sind eine wichtige Grundlage, ersetzen jedoch nicht in jedem Fall eine Überprüfung vor Ort. Ältere Leitungen können anders verlaufen als dokumentiert oder später ergänzt worden sein.

Werden bestehende Anlagen im Arbeitsbereich festgestellt, sind Schutzmassnahmen mit Eigentümern beziehungsweise Betreibern abzustimmen. Schäden können neben Versorgungsausfällen erhebliche Gefahren für die Beschäftigten verursachen.

Der Leitungsbestand beeinflusst teilweise auch die Wahl des Verbaus. Tief reichende Pfähle, Anker oder Spundbohlen benötigen ausreichend konfliktfreien Raum im Untergrund.

Baugrube und späteres Untergeschoss zusammen planen

Eine Baugrube ist temporär, beeinflusst aber die Ausführung des dauerhaften Gebäudes. Verbau, Wasserhaltung, Abdichtung, Bodenplatte und Kellerwände müssen konstruktiv zusammenpassen.

Besonders deutlich wird dies bei Bauwerken im Grundwasser. Temporär abgepumptes Wasser kann nach Ende der Wasserhaltung wieder ansteigen. Das fertige Untergeschoss muss dann den geplanten Wasserdruck aufnehmen können.

Der BELMEDIA-Beitrag „Bauen bei Hangdruck und Grundwasser: Abdichtungskonzepte verständlich erklärt“ erläutert, wie Wasserstand, Abdichtung, Auftrieb und Baukonstruktion miteinander verbunden sind.

Auch Anschlüsse zwischen Baugrubenverbau und Gebäude verdienen Aufmerksamkeit. Bleibt ein Teil des Verbaus dauerhaft im Boden, muss geprüft werden, welche Wechselwirkungen mit Abdichtung, Wärmedämmung und Entwässerung entstehen.


Nach dem Aushub folgen Fundation und Rohbau – die Bauzustände müssen bereits bei der Sicherungs- und Wasserhaltungsplanung berücksichtigt werden.

Kontrollen begleiten die gesamte Bauzeit

Baugrubensicherungen werden über Wochen oder Monate wechselnden Bedingungen ausgesetzt. Der Aushub wird tiefer, Aussteifungen kommen hinzu oder werden entfernt, schwere Geräte wechseln ihre Standorte und Wetter sowie Grundwasser verändern sich.

Regelmässige Kontrollen sind deshalb ein Bestandteil des Sicherungskonzepts. Auffällige Verformungen, lockere Verbindungselemente, ausgespülter Boden oder unerwartete Wasseraustritte müssen beurteilt werden.

Auch nach Unterbrüchen ist Aufmerksamkeit erforderlich. Starker Regen, Frost, Tauwetter oder Arbeiten auf einem Nachbargrundstück können die zuvor vorhandenen Bedingungen verändert haben.

Bei einer bemessenen Baugrubensicherung gehören solche Kontrollen in die festgelegten Zuständigkeiten. Fachplaner, Bauleitung und ausführende Unternehmen benötigen klare Schnittstellen und einen gemeinsamen Informationsstand.

Eine sichere Baugrube entsteht aus abgestimmter Planung

Böschung, Verbau und Wasserhaltung sind keine voneinander unabhängigen Einzelmassnahmen. Sie bilden gemeinsam ein temporäres Bauwerk, dessen Verhalten sich während des Aushubs kontinuierlich verändert.

Der Baugrund bestimmt, welche Böschungen möglich sind und welche Kräfte ein Verbau aufnehmen muss. Grundwasser beeinflusst Erddruck, Standsicherheit und Bauablauf. Nachbargebäude, Werkleitungen und Baustellenverkehr setzen zusätzliche Randbedingungen.

Eine sorgfältige Planung beginnt deshalb vor dem ersten Baggerhub. Baugrunduntersuchung, Grundwasserinformationen, Sicherungskonzept und Bauablauf müssen zusammengeführt werden. Während der Ausführung folgen Kontrollen und gegebenenfalls Messungen.

Gerade bei tiefen oder innerstädtischen Baugruben ist diese Koordination entscheidend. Eine fachgerecht geplante Sicherung schafft einen stabilen Arbeitsraum und bildet zugleich die Voraussetzung dafür, dass Fundamente, Bodenplatte und Untergeschoss ohne vermeidbare Schäden erstellt werden können.

 

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